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Göteborg - Marstrand - Skövde - Forsvik - Karlsborg - Nationalpark Tiveden - Askersund - Hjo - Lidköping - Läckö Slot - Hindens Rev - Mariestad - Torsö - Sjötorp - Töreboda - Tidaholm - Tibro

1. Tag: Freitag, 11.09. (Lüneburg - Hirtshals)

Gegen 9.00 Uhr starteten wir (Sylvia und ich) in Lüneburg. Das Reisebüro hatte uns falsche Tickets für die Überfahrt von Frederikshavn nach Göteborg ausgestellt, also mußten wir morgens gleich neue Tickets holen. Recht zügig erreichten wir dann gegen 11:00 Uhr die dänische Grenze. Das Wetter war herbstlich - grau und nasskalt. Das bestätigte unsere Befürchtung, ob es für einen Schweden-Urlaub nicht vielleicht schon zu spät ist...

Nach einer kurzen Rast brachen wir zunächst in Richtung Blokhus und Lokken an der Westküste Dänemarks (auch "Jammerbucht" genannt) auf. Punkt 17:00 Uhr erreichten wir dann die JH Hirtshals (sehr schöne Lage direkt am Wasser). Überhaupt hat uns Hirtshals positiv überrascht - von wegen nur Industrie! Da wir drei Tage hier bleiben wollten, nahmen wir uns ein Zimmer mit WC und Dusche. Gegen Abend erkundeten wir die City.

Blick auf Hirtshals
Jammerbucht-Küste bei Hirtshals/Dänemark

2. Tag Samstag, 12.09. (Hirtshals)

Nach dem Frühstück brachen wir zu einer ausgedehnten dreistündigen Dünen- und Strandwanderung auf (Hirtshals - Nr. Lyngby - Tornby Strand; das Wetter war o.k., sogar die Sonne ließ sich blicken; ca. 15 Grad) und wer weiß, wie anstrengend es ist am Strand zu laufen, kann sich vorstellen, wie kaputt wir waren.

Nachmittags ging es dann zu einer Leuchtturm- und Bunkerbesichtigung am Rande von Hirtshals. Die Küste in dieser Region ist mit deutschen Bunkeranlagen übersäht, was recht abenteuerlich aussieht.

3. Tag Sonntag, 13.09. (Hirtshals - Nordseemuseum - Wanderdüne Raberg Mile - Skagen)

Diesen morgen war das Wetter echt besch... (Regen ohne Ende). Da bot sich doch direkt nach dem Frühstück ein Besuch des bekannten Nordseemuseums an. Ist schon sehenswert, besonders die niedlichen Robben hatten es uns angetan. Da das Wetter besser wurde, brachen wir nach 2 Std. in Richtung Skagen auf. Zunächst schauten wir uns die imposante Wanderdüne Raberg Mile an - den berühmten "versandeten" Kirchturm suchten wir allerdings vergeblich.

In Skagen liefen wir vom Parkplatz zu der berühmten Stelle, an der sich Nord- und Ostsee treffen. Sehr interessanter Anblick:

Skagen / Dänemark
Skagen/Dänemark (Nord- und Ostsee fließen zusammen)

4. Tag Montag, 14.09. (Hirtshals - Frederikshavn - Göteborg - Marstrand - Skövde - Beateberg)

Strömender Regen... Um 6.00 Uhr sind wir aufgestanden und haben mit total nassen Klamotten die Sachen ins Auto getragen. Pünktlich um 8.00 Uhr kamen wir dann in Frederikshavn an (die Fähre fuhr um 8:15 Uhr los). Leider war das Wetter immer noch sehr schlecht, so dass wir die Überfahrt "unter Deck" verbringen mußten.

In Göteborg angekommen fuhren wir mit dem Fahrstuhl zum "Wolkenkratzer Utkiken" hinauf und erfreuten uns an dem Anblick über die Stadt.

Dann begann die lange Fahrt in Richtung Beateberg (Västergötland am Vätternsee). Marstrand und Ljungskile an der Westküste (Bohuslän) liegen zwar nicht "direkt" auf dem Weg, waren aber trotzdem sehenswert. Die wenig interessante Tour (über Landstraßen und teilweise die E6) in Richtung Ferienhaus, das einer Arbeitskollegin von mir gehört, führte auch nach Skövde zum Auffrischen der Vorräte in einen Supermarkt.

Gegen 20.00 Uhr erreichten wir dann ziemlich kaputt Beateberg in völliger Dunkelheit. Zur Begrüßung warteten auch gleich Horden von völlig ausgehungerten Mücken, die Ihren Appetit an uns stillen konnten. Der Schlüssel zum Haus lag wie vereinbart unter der Fußmatte (das Haus war überhaupt hervorragend). Nur leider gab es kein Wasser - dieses Problem konnten wir später aber zusammen mit dem gut englisch sprechenden Nachbarn lösen.

5. Tag Dienstag, 15.09. (Forsvik - Karlsborg)

Nach dem Frühstück erkundeten wir zunächst bei Tageslicht den Ort. Beateberg besteht aus ca. 12 Häusern und einer riesigen Kirche. Kein Kaufmann, keine Post - rein gar nichts. Dafür herrliche Natur. Mit den Fahrrädern, die zum Haus gehörten, fuhren wir den Viken-See entlang.

Gegen Mittag brachen wir mit dem Auto in das alte Industriestädchen Forsvik auf (ca. 20 km entfernt). Hier war auch die nächste Einkaufsmöglichkeit. Im Ort schauten wir uns das Industrie-Denkmal (Hüttenwerk) und die älteste Schleuse am Göta-Kanal überhaupt an.

Nach einem kurzen Abstecher über Karlsborg am Vättern fuhren wir nach Beateberg zurück und setzen uns vor den schönen Kamin.

6. Tag Mittwoch, 16.09. (Karlsborg)

Am morgen mussten wir ins "Vardcentrum" (Ärztehaus/Krankenhaus; übrigens eine tolle Erfindung in Schweden - alle Fachärzte unter einem Dach, am Empfang einfach sagen wo es brennt und dann wird einem geholfen) fahren, weil die Hand von Sylvia durch die Stiche der blutrünstigen Mücken wirklich stark angeschwollen war und sie allergisch darauf reagierte. Der Arzt nahm sich dann auch Zeit und legte einen Salbenverband an. Nach ein paar Tagen war wieder alles gut.

Wir liefen im folgenden 3 Std. durch Karlsborg und besichtigten die berühmte Festung, den Küstenstreifen und die kleine "City". Dann fuhren wir dem Auto zum Aussichtspunkt Varberget, von wo man eine herrliche Sicht auf die Umgebung hat:

Aussicht Varberget
Aussicht vom Varberget (bei Karlsborg) auf den Vättern

Über Forsvik (ca. 15 Grad und vereinzelter Sonnenschein) ging es später nach Beateberg zurück.

7. Tag Donnerstag, 17.09. (Tibro - Hjo - Karlsborg)

Da das Wetter heute einen recht stabilen Eindruck machte, wollten wir den ersten längeren Ausflug unternehmen. Hjo, eine alte Holzhausstadt am Vättern, war das Ziel. Über Tibro gelangten wir ans Ziel. Im Touristbüro von Hjo holten wir uns erste Infos - dann besichtigten wir den Hafen, das Stadtzentrum und den Stadtpark mit alten Villen aus Holz. Hier war echt "tote Hose", im September ist in Schweden keine Saison mehr - die geplante Fahrt auf die Insel Visingsö war daher nicht möglich. Über den Ort Brevik direkt am Vättern (schöner Strand) fuhren wir dann in das schon bekannte Karlsborg.

Der Göta-Kanal in Karlsborg
Der Göta-Kanal in Karlsborg

Weil das Wetter dann leider immer schlechter wurde (Regen) verbrachten wir den späten Nachmittag und den Abend im Haus in Beateberg.

8. Tag Freitag, 18.09. (Tiveden Nationalpark - Djäknasundet)

Auf diesen Ausflug hatten wir uns schon lange gefreut - der Tiveden Nationalpark, eine wilde, teilweise unzugängliche und unebene Landschaft, die vor ca. 1 Mrd. Jahren entstand. Die Gletscher der Eiszeiten sorgten dafür, dass riesige Findlingsblöcke im Wald liegen blieben - die richtige Umgebung für Trolle, als deren Hort Tiveden lange galt.

Gegen 10:30 Uhr kamen wir am Park an. Bei einer ganz hervorragend deutsch sprechenden Dame im Informationsbüro holten wir eine Wanderroute ab. Dann starteten wir zu einer ca. 4 Std.-Wanderung über den sagenumwobenen Ort Stenkälla (eine früherer Opferstelle), Vitsand am See Stora Trehörningen und Stigmanspasset. Das war echt unheimlich in diesem Gebiet, während unserer Wanderung haben wir keinen Menschen gesehen - den Park muß man unbedingt gesehen haben.

Tiveden Nationalpark - Stenkälla
Tiveden Nationalpark - Stenkälla

Auf dem Rückweg nach Beateberg entdeckten wir dann eine schöne Bucht (Djäknasundet), die zum ersten Ausflug mit unserem Schlauchboot wie geschaffen war. Das Wetter sah auch gut aus. Ganz so weit raus auf den Vättern haben wir uns aber nicht getraut, weil nach und nach Wasser ins Boot sickerte.

Paddeltour bei Djäknasundet
Paddeltour bei Djäknasundet am Vättern

9. Tag Samstag, 19.09. (Askersund - Granvik)

Um 9:30 Uhr brachen wir in Richtung Askersund im Norden des Vättern auf. Das Wetter war sehr bedeckt. Hier gingen wir am Ufer des Vättern spazieren und schauten uns die Stadt an. Da auch hier keine Saison mehr war, fiel der Ausflug mit der MS Motala/Express durch die Schären des Vättern leider aus.

Im Auto fuhren wir weiter über die imposante Brücke "Stora Hammarsundet" ins Strandbad Hargebadet auf der östlichen Seite des Vättern. An Schwimmen war natürlich nicht zu denken (Wassertemparatur 13 Grad), aber rumlaufen war ganz schön. Auf dem Rückweg nach Beateberg kauften wir in der häßlichen Industriestadt Olshammar ein und gingen in Granvik am Strand spazieren (Granvik Herrgard).

10. Tag Sonntag, 20.09. (Granvik - Karlsborg - Forsvik)

Heute wollten uns mal einen gemütlichen Tag am Ort machen. Bis 13:00 Uhr konnte man wegen des Nebels auch nicht die Hand vor Augen sehen.

Am frühen Nachmittag kam plötzlich die Sonne durch und wir packten eilig (so oft war die Sonne ja noch nicht da) das Boot ein und fuhren in Richtung Granvik am Vättern. Angekommen, war die Sonne auch schon wieder weg und es begann zu regnen... Auf der Rückfahrt nach Beateberg ließen wir uns viel Zeit.

11. Tag Montag, 21.09. (Mariestad - Torsö - Börstorp - Sjötorp - Töreboda)

Heute stand wieder ein längerer Ausflug auf dem Programm. Wir fuhren nach Mariestad am Vänern. Zuerst, wie immer, führte unser Weg in das Touristbüro. Auch hier sprach die Angestellte besser Deutsch als Englisch (nur so richtig freiwillig mag in Schweden ja offensichtlich keiner Deutsch sprechen). Auf jeden Fall war die Altstadt von Mariestad sehenswert, die Stadt-/Strandbäder Ekhudden und Sandviken eher nicht.

Weiter fuhren wir über eine Brücke auf die Insel Torsö im Vänern. In Sandvik und Hattarevik machten wir 1 Std. Zwischenstop. Da das Wetter heute einigermaßen stabil war, fuhren wir dann über das Schloß Börstorp nach Sjötorp (Schleuse vom Vänern in den Göta-Kanal) und gingen dort spazieren. Auch dieser Ort war Mitte September wie "ausgestorben". Über Askeviksbadet (am Vänern) fuhren wir dann in die Kreisstadt Töreboda zum Abendessen.

Hattarevik auf Torsö
Hattarevik auf der Insel "Torsö" im Vänern

12. Tag Dienstag, 22.09. (Brosundet - Forsvik)

Gegen 11:00 Uhr fuhren wir zum großen See / Fjord "Brosundet" und klingelten beim Betreiber eines Boot-Verleihs. Er konnte uns ein stabiles Ruderboot anbieten (1 Tg./150 SEK; ca. 35 DM). Das war uns sicherer als mit dem Schlauchboot, zumal der Brosundet teilweise über 100 m tief ist. Fast 6 Std. ruderten wir herum, zunächst in Richtung Forsvik.

Über uns machte das schwedische Militär Absprünge mit dem Fallschirm. War zuerst ziemlich unheimlich, dann aber ganz lustig. Gegen frühen Nachmittag ruhten wir uns auf einer kleinen Insel im Fjord aus. Das Wetter war jetzt hervorragend, so dass wir sogar am Abend zum ersten Mal auf der Terrasse des Hauses in Beateberg essen konnten.

Insel im Brosundet bei Karlsborg
Insel im Brosundet-Fjord bei Karlsborg

13. Tag Mittwoch, 23.09. (Skövde - Lidköping - Läcko Slott - Hindens Rev - Mariestad - Töreboda)

Für heute war ein Ausflug nach Lidköping am Vänern geplant, am Abend wollten wir dann ein Handball-Erstligaspiel in Skövde sehen.

Da wir uns schon gedacht haben, dass es gar nicht so einfach wird Karten zu bekommen, fuhren wir am Morgen gleich direkt zur Halle. Dort wurde gerade geputzt und so fragten wir die Putzfrau. Sie erkannte uns wohl sofort als Deutsche und gab sich als Berlinerin zu erkennen, die bereits jahrelang in Skövde lebt. Sah natürlich schlecht aus mit Karten - sie hat dann sogar noch rumtelefoniert für uns, aber da war nichts mehr zu machen. Aber "Plan B" war ein Eishockey-Spiel in Töreboda am Abend.

In Lidköping schauten wir uns den netten Marktplatz und die Innenstadt an. Nächstes Ziel war das imposante weiße "Läckö Slott". Auf dem Rückweg vom Schloß wollten wir uns unbedingt die bekannte Landzunge "Hindens Rev" anschauen. Im Nebel konnten wir aber leider gar nichts erkennen.

Über Mariestad und einer nach langer Suche gefundener Pizzeria, die sogar ganz hervorragend war, kam dann o.g. "Plan B" zum tragen. In Töreboda fand ein Trainingsspiel der heimischen DIV. IV-Eishockey-Mannschaft HF gegen Karlskoga HC (DIV. III) statt.

14. Tag Donnerstag, 24.09. (Karlsborg)

Heute war es wieder besonders nebelig. Daher verbrachten wir den Vormittag und den frühen Nachmittag im Haus.

Gegen 15.00 Uhr, als es etwas aufklarte, machten wir eine kleine Fahrradtour am Viken-See entlang. Neben vielen sehr schönen Häusern, haben wir auch sehr viele verlassene und verfallene Häuser gesehen - dieses "Niemandsland" hat besonders mit der Landflucht zu kämpfen.

Nach der zweistündigen Radtour fuhren wir noch mit dem Auto nach Karlsborg zum Einkaufen. Auf der Rückfahrt in der Dämmerung sahen wir dann endlich kurz vor Beateberg das schwedische Nationaltier - einen riesigen Elch! Leider sind die Fotos in der Dämmerung nichts geworden.

15. Tag Freitag, 25.09. (Tibro)

Auch heute richtiges Schmuddelwetter.

Da wir uns Tibro (nächste etwas größere Stadt, etwa 40 km von Beateberg entfernt) noch nicht angeschaut hatten, machten wir uns gegen 14.00 Uhr auf den Weg dorthin. Tibro steht in dem Ruf, das führende Möbelzentrum in ganz Schweden zu sein. Also besuchten wir diverse Möbelhäuser. Aber wer nun glaubt, das wäre da, sozusagen direkt vor Ort, ziemlich billig, der täuscht sich. Die Preise für Möbel waren zum Teil heftig. Ein richtiges Einkaufszentrum gab es auch, was eine echte Abwechslung zum "Tante Emma-Laden" in Forsvik darstellte.

16. Tag Samstag, 26.09. (Tidaholm - Tibro)

Das Wetter wurde nicht besser.

Um 12.00 Uhr fuhren wir in das ca. 120 km entfernte Tidaholm. Hier wollten wir uns die Stadt und das Spitzenspiel der DIV. III Mellersta Götaland zwischen GoIF und IFK Hällingsjö anschauen. Die Stadt ist wirklich wunderschön, wir waren begeistert! Sauber und von Flüssen und Seen durchzogen, dazu viel Grün. Auch die Innenstadt hatte viel zu bieten. Um 15:00 Uhr begann das Spiel, welches GoIF mit 5-1 gewann.

Zurück fuhren wir in aller Ruhe über Skövde und Tibro nach Beateberg.

17. Tag Sonntag, 27.09. (Forsvik)

Außer einem ausgiebigen Spaziergang in der schönen Umgebung von Beateberg und einer letzten Einkaufstour nach Forsvik, stand heute nichts auf dem Programm.

Spaziergang in Beateberg
Spaziergang in Beateberg

18. Tag Montag, 28.09. (Göteborg - Frederikshavn - Lüneburg)

Um 9:15 Uhr starteten wir von Beateberg nach Göteborg (2,5 Std.). Um 12.00 Uhr ging dann die Fähre nach Frederikshavn (war höchste Eisnebahn...). Ankunft: 14.15 Uhr. Einen kurzen Abstecher machten wir noch nach Saeby (welches uns aus unserem ersten Urlaub noch in guter Erinnerung war) und dann fuhren wir "Non-Stop" nach Lüneburg durch (21.00 Uhr Ankunft)

Fazit: Erholungs- und Landschaftstechnisch wirklich super, aber zu Schweden gehört auch Sonne, Wärme, Schwimmen und Bootsausflüge. Das war im September nicht natürlich nicht mehr möglich (obwohl wir es insgeheim gehofft haben).


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